Asthma

Therapie

β2-Sympathomimetika

2-Adrenergika, β2-Agonisten)
β2-Sympathomimetika stimulieren hauptsächlich die β-Rezeptoren an den Bronchien. Durch die hohe Selektivität und die topische Gabe tritt eine Wirkung am Herzen (hier β1-Rezeptoren) in den Hintergrund.

Die β2-Sympathomimetika haben den stärksten Effekt in der Gruppe der Bronchodilatatoren. Im Rahmen der Therapie unterscheidet man weiter in rasch wirksame β2-Sympathomimetika (RABA: rapid acting beta2 agonist - SABA: short acting beta2 agonist) und lang wirksame β2-Sympathomimetika (LABA: long acting beta2 agonist). Auch die β2-Sympathomimetika stellen eine wichtige Säule in der Behandlung des Asthma bronchiale dar (Nutzen der inhalativen Therapie - Evidenz A).

So werden rasch wirksame β2-Sympathomimetika als Notfall-Spray eingesetzt (2-4 Hübe im Bedarfsfall, ggf. Wiederholung nach 10-15min, Dosierung und Höchstdosis des jeweiligen Präparates beachten!). Hingegen kommen lang wirksame β2-Sympathomimetika in der Basistherapie zum Einsatz (beim Asthmatiker in Kombination mit Glukokortikosteroiden, 2 x 1-2 Hub täglich). Lang wirksame β2-Sympathomimetika können insbesondere bei nächtlichen Asthma-Beschwerden durch die "lange" Wirkungsdauer (über die gesamte Nacht) meist besser helfen als ein rasch wirksames β2-Sympathomimetikum.

rasch wirksame β2-Sympathomimetika

(RABA: rapid acting beta2 agonist - SABA: short acting beta2 agonist)

Die kurz bzw. rasch wirkenden β2-Sympathomimetika werden hauptsächlich als Bedarfsmedikation (Reliever, Notfall-Spray) eingesetzt. Dies erfolgt je nach Beschwerdebild alleine oder neben einer festen Glukokortikosteroide-Gabe (vgl. Stufentherapie des Asthma bronchiale).

Wirkungseintritt: rasch, wenige Minuten
Dauer: 4-6h
Beispiele
  • Fenoterol (Berotec N®,…)
  • Reproterol (in Aarane®)
  • Salbutamol
  • Terbutalin (Bricanyl®,…)

 

lang wirksame β2-Sympathomimetika

(LABA: long acting beta2 agonist)

Der Einsatz der lang wirkenden β2-Sympathomimetika erfolgt im Rahmen der Asthma-Therapie erst in einer Kombination mit Glukokortikosteroide (vgl. Stufentherapie des Asthma bronchiale). Für einen Einsatz als Mono-Therapeutikum gibt es beim Asthma bronichale keine Zulassung. Deshalb werden häufig Kombinationspräparate (LABA + Kortikoid) verwandt.

Wirkungseintritt: meist langsam
teilweise aber auch rasch (ähnlich den SABA)
Dauer: im Mittel 12h, bis 24h

Da die Wirkung, der erweiternde Effekt, erst langsam eintritt, sind lang(sam) wirkende β2-Sympathomimetika nicht als akutes Bedarf- bzw. Notfall-Spray geeignet. Da inzwischen einige der LABA auch einen raschen Wirkungseintritt haben, könnte man diese im "Notfall" verwenden. (Hinweis: Medikation - bitte halten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt!)

Beispiele
  • Formoterol (Foradil®, Oxis®,…)
    Kombinationspräparate:
    • Budesonid (Symbicort®)
    • Beclometason (Foster®, Inuvair®)
  • Indacaterol (Onbrez®,…) - Zulassung nur für die COPD
  • Olodaterol (Striverdi®) - Zulassung nur für die COPD
  • Salmeterol
    Kombinationspräparate:
    • Fluticason (Viani®)

 

Nebenwirkungen

Durch die sympathomimetische Wirkung kann es trotz der Selektivität (insb. bei hohen Dosierungen) zu verschiedenen spezifischen Nebenwirkungen kommen:
  • Herz: erhöhte Herzfrequenz, Herzklopfen, Herzrhythmusstörungen, Blutdrucksteigerung, Angina pectoris bei bestehender KHK
  • Allgemein: Unruhe, Schlafstörungen, Zittern
  • bei höheren Dosen: Elektrolytverschiebungen (Hypokaliämie, Hyperkaliämie)