arterielle Hypertonie

kurze Begriffserläuterungen…

Endorganschaden

Als Endorganschaden bezeichnet man Schäden am Organ als Folge der Hypertonie. Am Ende des Gefäßbaumes stehen die einzelnen Organe. Durch die Blutdruckerhöhung kommt es zu einer Gefäßschädigung und schließlich am "Ende" auch zu einer Schädigung der Organe. Letzten Endes werden die Organe in ihrer Funktion beeinträchtigt und es entsteht ein Endorganschaden. Zum Beispiel werden Herz, Auge oder Nieren durch den Blutdruck geschädigt.

Risikofaktoren vs. Endorganschaden

Gegenüber den einschlägig bekannten Risikofaktoren für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung (kardiovaskuläres Risiko) müssen Messungen, die eine Aussage über eine mögliche bestehende Schädigung geben, abgegrenzt werden. Während die Summe verschiedener Riskofaktoren die Möglichkeit einer Krankheit erhöht, besteht bereits beim "Endorganschaden" eine Schädigung.

Risikofaktoren für eine kardiovskuläre Erkrankung
  • arterielle Hypertonie
  • Lebensalter (♂ > 55 Jahre; ♀ > 65 Jahre)
  • Nikotinabusus (Rauchen)
  • Dyslipoproteinämie (Gesamtcholesterin↑, LHL↑, HDL↓)
  • abnorme Nüchternglukose
  • familiäre Belastung (frühzeitige kardiovask. Erkrankung der Eltern: Vater mit < 55 Jahren, Mutter mit < 65 Jahren)
  • Bauchfettleibigkeit (♂ ≥ 102cm; ♀ ≥ 88cm)
  • Adipositas (BMI ≥ 30 kg/m²)
Endorganschaden
  • Linksventrikuläre Hypertrophie: Muskelverdickung der linken Herzkammer
  • IMT ≥ 9mm oder arterosklerotische Plaques
  • Gestörte Nierenfunktion: Serum-Kreatinin↑ bzw. Kreatinin-Clearance↓, GFR↓ (glomeruläre Filtrationsrate nach MDRD-Formel), Mikroalbuminurie (30-300 mg/24h)
  • Pulsdruck ≥ 60mmHg (PD = RRsyst - RRdiast)
  • Pulswellengeschwindigkeit (PWV) ≥ 10m/s
  • ABI (Knöchel-Arm-Index) < 0,9
Diabetes mellitus Diabetes mellitus gilt als eigenständiger kardiovaskulärer Risikofaktor. Das Risiko ist alleine durch den bestehendeN Diabetes mellitus um 100% gesteigert.
klinisch manifeste kardiovaskuläre Erkrankung
  • zerebrovaskuläre Erkrankungen:
    • ischämischer Schlaganfall
    • zerebrale Blutung
    • TIA (transitorische ischämische Attacke)
  • kardiale Erkrankungen:
    • KHK (Koronare Herzkrankheit)
    • Herzinfakrt
    • ACS (akutes Coronar-Syndrom)
    • Herzinsuffizienz
    • hypertrophe Kardiomyopathie
  • chronische Niereninsuffizienz (eGFR < 30mg/24h)
  • pAVK (periphere arterielle Verschlusskrankheit)
  • fortgeschrittene Retinopathie

Hypotonie

Als Hypotonie bezeichnet man einen erniedrigten Blutdruck (Blutdruckwerte <100/60mmHg). Im Gegensatz zur Hypertonie besteht jedoch nur beim Auftreten von Beschwerden ein Handlungsbedarf. Eine grundsätzliche Behandlungsbedürftigkeit besteht nicht.

kardiovaskulär

Kardiovaskulär setzt sich aus kardial (= das Herz betreffend) und vaskulär (= die Gefäße betreffend) zusammen. Kardiovaskuläre Erkrankungen sind eine Gruppe von Erkrankungen, die vom Herz und/oder Gefäßsystem ausgehen bzw. es betreffen. Klassische Vertreter dieser Gruppe sind der Herzinfarkt und der Schlaganfall. Im engeren Sinne kann auch nur das Herz und seine Blutversorgung (KHK = koronare Herzkrankheit) gemeint sein. Weiter gefasst aber auch die Hypertonie (Bluthochdruck) oder die pAVK (periphere arterielle Verschlusskrankheit) sowie Herzinsuffizienz, Aneurysmen, Rhythmusstörungen,…


Kradiovaskuläres Risiko … 

 

Letalität

Die Letalität bezeichnet das Verhältnis von Todesfällen durch eine bestimmte Erkrankung zur Zahl der Erkrankten.

Meta-Analyse

Als Meta-Analyse bezeichnet man die Zusammenfassung von mehreren unabhängig zuvor durchgeführten Untersuchungen bzw. Studien oder deren Teile zu einer einzigen Analyse. Durch Meta-Analysen soll als Zusammenfassung mehrerer Einzelstudien die Aussage der einzelnen Untersuchungen zusammengeführt werden und so verbessert werden.

Mortalität

Die Mortalität beschreibt die Anzahl der Todesfälle in einem bestimmten Zeitraum bezogen auf Personengruppen (meist 1.000 Individuen). Die Mortalität lässt sich durch verschiedene Einschränkungen (z.B. Altersklassen, Geschlecht) oder auch Todesursachen weiter differenzieren.

Orthostase

Unter Orthostase versteht man in der Medizin die aufrechte Körperhaltung bzw. die Regulationsmechanismen des Körpers, die beim Lagewechsel dem hydrostatischen Druck entgegen wirken und so ein Abfallen des Blutdrucks verhindern (auch Orthostase-Reaktion).

zerebrovaskulär

Zerebrovaskulär setzt sich aus zerebral (= das Gehrin betreffend) und vaskulär (= die Gefäße betreffend) zusammen. Zerebrovaskuläre Erkrankungen sind eine Gruppe von Erkrankungen, die mit dem Gehirn und der Durchblutung desselben zu tun haben. Der klassische Vertreter dieser Gruppe ist der Schlaganfall. Gegenüberzustelllen bzw. als Oberbegriff zu werten ist kardiovaskulär.