arterielle Hypertonie

Bluthochdruck

Definition der Hypertonie

Die arterielle Hypertonie, auch Hypertonie oder Hypertonus, wird im täglichen Sprachgebrauch meist einfach als "Bluthochdruck" bezeichnet. Hierbei gilt inzwischen bei der Definition der Hypertonie, also des Bluthochdrucks, als Grenze nicht mehr ein starrer Wert, sondern das individuelle kardiovaskuläre Risiko des jeweiligen Patienten und die Therapieoptionen.

Als Hypertonie gilt jene dauerhafte Blutdruckerhöhung, deren Senkung für den Patienten ein Vorteil verspricht.

Bereits 1971 formulierte G. Rose: Die Hypertonie sollte als die Blutdruckhöhe definiert werden, ab welcher Diagnostik und Behandlung für den Patienten von Vorteil sind.

Eine scheinbar einfacher und simpler Satz, der aber im Grunde alles zur Hypertonie aussagt: Es gibt zu hohe Blutdruckwerte, die behandelt werden sollten. Langfristig unbehandelt kommt es sonst zu Folgeerkrankungen bzw. Folgeschäden. Andererseits muss eine aggressive Blutdrucksenkung nicht immer erfolgen. Vor allem im hohen Alter können teilweise moderat erhöhte Blutdrücke toleriert werden.

Individuelle unterschiedliche Grenzwerte sind aber in der alltäglichen Praxis nicht handhabbar. Deshalb haben sich einheitliche Schwellenwerte etabliert, die jedoch in Anbetracht des individuellen Risikoprofils durch den Arzt bewertet und ggf. adaptiert werden können.

Das Problem des erhöhten Blutdrucks ist die Belastung für das kardiovaskuläre System und die Endorgane (z.B. Niere, Netzhaut des Auges,…). Es kommt bei einer Hypertonie somit zu Folgeerkrankungen wie Linksherzhypertrophie (krankhafte Verdickung der Herzwand) oder Herzinsuffizienz (bei 30% aller Hypertoniepatienten). Teilweise können diese Erkrankungen tödlich enden. Zum Beispiel sterben altersabhängig 10-30% aller Hypertoniker am Schlaganfall (alle Altersklassen: 20%), 15% am Myokardinfarkt (Herzinfakrt).

Blutdruck — Was ist das überhaupt … 
Blutdruck — Zielwerte der Therapie … 
Blutdruck — Grenzwerte als Tabelle … 

 

Formen der Hypertonie

Einen erhöhten Blutdruck kann man nicht spüren. Aus diesem Grund wissen viele Menschen nicht, dass sie an dieser häufigen Krankheit leiden (vgl. Bluthochdruck in der Gesellschaft, unerkanntes Leiden) . Somit werden entsprechend wenige auch behandelt.

Bei dieser chronischen, also dauerhaften Erhöhung des arteriellen Blutdrucks werden zwei große Gruppen unterschieden:

primäre Hypertonie

primäre Hypertonie = idiopathische Hypertonie = essentielle Hypertonie (90-95%)
  • davon Übergewichtige: 30%1
  • davon Personen mit regelmäßigem Alkohol-Konsum: 15%1

Hier ist der erhöhte Blutdruck selbst die Krankheit. Eine primäre Hypertonie liegt vor, wenn bei mehrmaligen unabhängigen Gelegenheitsmessungen die Grenzwerte (≥140/≥90mmHg) überschritten wurden.

Eine einzige eindeutige organische Ursache der Hypertonie lässt sich nicht finden. Die Ursachen der Hypertonie sind vielfältig (multifokal) und lassen sich im einzelnen nicht abschließend klären. In Betracht kommen äußere (beeinflussbare) und innere Faktoren. Zu den häufigsten (beeinflussbaren) Faktoren zählen Übergewicht, erhöhte Kochsalzzufuhr, erhöhter Alkoholkonsum, Bewegungsmangel, schädlicher Stress oder eine niedrige Kaliumzufuhr. Es wird vermutet, dass die Ausbildung eines Bluthochdrucks zu 30–40% von genetischen und zu 60–70% von Umweltfaktoren beeinflusst wird. Selbst bei einer erblichen Vorbelastung zur Hypertonie kann durch einen entsprechenden Lebensstil das Auftreten häufig verhindert oder zumindest der Grad der Hypertonie gemindert werden.

sekundäre Hypertonie

Bei der sekundären Hypertonie ist die Erhöhung des arteriellen Blutdrucks Folge einer anderen Grunderkrankung.

Als mögliche ursächliche Grunderkrankung sind beispielsweise Erkrankungen der Niere 3-5% (Nierenarterienstenose,…), Erkrankungen des Hormonhaushaltes 0,5% (primärer Hyperaldosteronismus, Phäochromozytom,…), eine Medikamenteneinnahme 1% (Pille, Cortison,…), Gefäßmissbildungen (Aortenisthmusstenose,…) oder ein obstruktives Schlafapnoesyndrom zu nennen.1

Quellen: Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL® - Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention
  AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.)
  European Society of Hypertension (ESH)
  European Society of Cardiologie (ESC)
  Herold - Innere Medizin
  Robert Koch Institut