Schilddrüse

Radiojodtherapie

Veranschaulichung der Reichweite im histol. Bild
Als Radiojodtherapie das nukleamedizinische Therapiekonzept mittels radioaktiven Isotopen (131Jod: überwiegender β--Strahler (ca. 90%), geringe Anteil γ-Strahlung, t½:8,02d) maligne und benigne Schilddrüsenerkrankungen zu behandeln.

Da die Schilddrüse bzw. die Schilddrüsenzellen Jod aufnehmen und speichern, wird auch das radioaktive 131Jod von ihnen aufgenommen. Man nutzt in der Therapie, dass die β-Strahlung nur wenige Millimeter in das Gewebe eindringen kann (ca. 0,5mm) und erreicht so eine lokal eingegrenzte Wirkung und eine gezielte Bestrahlung des Schilddrüsengewebes (auch bei ektopem Gewebe möglich). Das Nachbargewebe und die Nachbarorgane werden nur gering strahlenexponiert. Durch die Strahlung kommt es gezielt bei den Schilddrüsenzellen zu einer Zellschädigung und schließlich zum Zelltod.

Die Radiojodtherapie wird seit den 1950-Jahren durchgeführt und hat sich inzwischen als Standardtherapie etabliert, unzählige Male durchgeführt, mit großem Erfolg an einem breiten Patientenkollektiv. Sicherlich birgt eine radioaktive Strahlung das potentielle Risiko einer Karzinogenese (vgl. Schilddrüsenkarzinom), doch konnte bislang keine signifikante Zunahme von Schilddrüsentumoren oder anderen Malignomen unter einer Radiojodtherapie festgestellt werden.

Hinweis: Da die Patienten in Urin, Stuhl, Speichel, Schweiß und Atemluft radioaktive Partikel ausscheiden, muss die Therapie, im Rahmen des Strahlenschutzes, stationär erfolgen.

Therapie

Die Radiojotherapie bietet z.B. eine mögliche therapeutische Option bei: Nach der Zerstörung des Schilddrüsengewebes muss eine lebenslange Substitutionstherapie mit Schilddrüsenhormonen erfolgen.

 

Quellen: Herold - Innere Medizin
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