Was sind Antibiotika?


Stäbchenbakterien
(Clostridium, E.coli, Salmonellen,…)


Vibrionen
(Vibrio cholerae,…)


Spirillen


Kokken
(Kugelbakterien)


Diplokokken
(paarweise gelagerte Kokken: Pneumokokken,…)


Sarcinen


Streptokokken
(in Ketten angeordnet)


Staphylokokken
(haufenförmig)
Als Antibiotikum (von griechisch "anti" = "gegen" und "bios" = "Leben", mit lateinischer Endung "-um" Singular und "-a" Plural) werden Medikamente bezeichnet, die entweder eine Vermehrung (bakteriostatisch) von Bakterien hemmen oder gar die Erreger (bakterizid) abtöten sollen.

Abgegrenzt werden müssen zum einen weitere Substanzen, die als Medikament gegen andere Krankheitserreger eingesetzt werden können (Viren: Virostatikum, Pilze: Antimykotikum, Würmer: Anthelminthikum,…) und Desinfektionsmittel, die oberflächlich zum Einsatz kommen.

Antibiotika - Segen oder Fluch

Sicherlich war die Entdeckung (A. Flemming 1929: Penicillin) ein Segen. Bislang stand man Infektionen machtlos gegenüber. Doch der anfänglichen Euphorie folgte bald Ernüchterung. Die Bakterien entwickelten eine Resistenz. Es entbrannte ein Wettkampf zwischen Neuentwicklung der Pharmaindustrie und Evolution der Bakterien mit weiteren Resistenzen.

Und dies ist das größte Problem. Durch den bedenkenlosen Einsatz kommt es zu immer mehr Resistenzen. Stämme, die gegen nahezu alle Antibiotika resistent sind, bezeichnet man entsprechend als multiresistent. Hier versucht man mit immer stärkeren Substanzen oder Kombinationen dennoch eine Wirkung zu erzielen. Doch irgend wann gibt es nichts mehr, was wirkt…

Die Sorge vor möglichen Resistenzen, die uns global gesehen Angst bereitet, gilt auch für das einzelne Individuum. Je mehr Antibiosen man bekommt, um so höher ist die Gefahr einer Resistenzentwicklung.

Antibiotika - kein Allheilmittel!

"Ich bin erkältet. Ich brauche ein Antibiotika!" - Eine naiver Irrglaube.

Abgesehen davon, dass man in den meisten Fällen, wenn es nötig sein sollte, eine Substanz, ein Antibiotikum, benutzen würde und nicht gleich mehrere (Anitbiotika), werden diese bei einer banalen Erkältung (viraler Infekt) nicht helfen.

Ein nutzloses Medikament wird leichtfertig verlangt und leider von vielen Ärzten auch immer noch verordnet. Doch ohne Vorteil muss man die Nebenwirkungen in Kauf nehmen. Diese reichen von allgemeinen unspezifischen oder substanzspezifischen Beschwerden, über gastrointestinale Beschwerden (Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle, Verstopfung, pseudomembranöse Colitis,…) bis hin zu allergischen Reaktionen.

Ein nicht zu vergessender Faktor ist die mögliche Resistenzentwicklung. Denn der menschliche Körper ist ständig von Bakterien besiedelt. Haut, Schleimhäute, Darm,… - überall findet sich eine physiologische Flora. Diese wird nicht nur durch die Antibiotika-Therapie beeinträchtigt (mögliche Verschiebung eines Besiedlungsgleichgewichtes), auch können Keime Resistenzen entwickeln.

Ein mögliches Problem stellt dann auch die Übertragung dieser resistenten Keime auf andere Personen dar. Ähnlich wie Krankheitserreger wird auch die physiologische Flora im alltäglichen Leben zwischen den Menschen "übertragen". Insbesondere Personen mit einem schwächeren Immunsystem (Säuglinge, Kinder, Erkrankte mit Immundefizit,…) können dann bei einer Infektion mit besagten resistenten Erregern Probleme bekommen.

Antibiotika - wenn, dann richtig!

Sollte man sich zu einer Therapie entschlossen haben, dann sollte diese auch entsprechend der ärztlichen Empfehlung erfolgen. Wichtig für die erfolgreiche Therapie ist eine ausreichende Dosierung. Man sollte deshalb auf die regelmäßige tägliche Einnahme (ggf. mehrfach) und auch auf die Dauer der Therapie achten. Auch wenn die Beschwerden bereits abklingen, muss die Therapie entsprechend der Dosierungsempfehlung abgeschlossen werden, um z.B. mögliche Resistenzen zu verhindern.

Als bildlichen Vergleich kann man sich die Infektion, die Bakterien als Gladiatoren in einer vollen Arena vorstellen. Unter der Therapie, also im Kampf, sterben erst mal die Schwachen und Gebrechlichen. Man muss kraftvoll eine gewisse Zeit durchhalten, um alle Gegner zu besiegen. Hört man zu früh auf, überlebt der Stärkste. Der vermehrt sich dann in Ruhe. In der Arena ist Platz. Erst im Verlauf machen die Gladiatoren wieder Probleme, wenn es sozusagen eng wird. Aber jetzt reicht das „normale“ Geschick nicht mehr aus. Etwas Stärkeres muss her.

Aber auch eine Überdosierung einer Substanz macht keinen Sinn, denn hier riskiert man nur mehr Nebenwirkungen, die gewünschte Hauptwirkung wird sich nur im angegebenen Dosisbereich steigern lassen.