Bauchaortenaneurysma

Bauchaortenaneurysma (BAA)

Aneurysma

 
normal Aneurysma verum
 
 
Aneurysma dissecans
 
Aneurysma spurium
Das Aneurysma (vom altgriechischen: aneúrysma: Aufweitung; plural: Auneurysmata oder Aneurysmen) bezeichnet eine pathologische, Ausweitung oder auch Ausatmung der einer Arterie beziehungsweise einer Herzwand.

Je nach Form werden bei den Aneurysmen der Arterien drei Formen unterschieden:

  • Aneurysma verum - das echte Aneurysma:
    Die häufigste Form eines Aneurysmas. Alle Waschichten sind von der Ausweitung mitbetroffen. Je noch Art der Ausweitung kann eine weitere Einteilungen erfolgen. Es werdem ein sackförmiges (Ausweitung nur an einer Seite) oder spindelförmiges (Ausweitung in allen Richtungen) Aneurysma unterschieden.
  • Aneurysma dissecans
    Dies Aneurysmaform ist die seltenste. Die innere Gefäßwand (Intima) ist eingerissen, während eine äußere Schicht (Teile der Media und Adventitia) noch standhält. Es kommt zu einer Aufweitung zwischen den Gefäßwandschichten. Die Verbindung der Wandschichten wird getrennt (trennen = disseziieren → Dissektion). Blut gelangt zwischen die Gefäßwandschichten und wühlt sich im Längsverlauf der Media weiter fort.
    Kommt es schließlich an anderer Stelle wieder Anschluss an das Gefäßlumen gibt es im Bereich der Dissektion zwei nebeneinandergelegene Gefäßlumina, ein echtes und falsches Lumen.
  • Aneurysma spurium
    Im Gegensatz zu den o.g. Aneurysmen ist das Aneurysma spurium keine "echte" Gefäßaufweitung, sondern ein mit der Arterie in Verbindung stehendes, blutgefülltes Hämatom. Ein Schicht von geronnenem Blut (später Bindegewebe) bildet die Wand dieses Aneurysmas.

 

Bauchaortenaneurysma

infrarenales BAA
Das Bauchaortenaneurysma (BAA) oder auch abdominales Aortenaneurysma (AAA) bezeichnet ein Aneurysma, also eine Erweiterung (d ≥ 3cm), der abdominellen (= im Bauchraum gelegenen) Aorta (Hauptschlagader). Hierbei werden unter anderem die Art des Aneurysmas (A. verum, A. dissecans, A. spurium), die Form (A. fusiforme: spindelförmig, A. sacciforme: sackförmig) sowie die Lagebeziehung zu den Nierenarterienabgängen (> 95% infrarenal [unterhalb der Nierenarterienabgänge]) und die Ausdehnung und Größe (ca. 20% Ausdehnung bis in die Beckenarterien) unterschieden.

 

Aneurysmen sind sicherlich auch andernorts möglich. Auch finden sich diese bei der Aortaim thorakalen Abschnitt. An dieser stelle soll aber nur auf das BAA, das Bauaortenaneurysma,eingegangen werden.

Häufigkeit und Ursache

Als Risikofaktoren für ein Bauaortenaneurysma zählen vor allem hoher Blutdruck und Rauchen sowie die allgemeinen Risikofaktoren einer Arteriosklerose (Alter, männliches Geschlecht, Diabetes mellitus, Hyperurikämie, Hypercholesterinämie,…). So finden sich Aneurysmen bereits bei ca. 1% der Bevölkerung >50 Jahre und bis zu 10% aller männlichen Hypertoniker >70 Jahre. Neben einem Zusammenhang zwischen Alter, Geschlecht und auch Blutdruck zeigt sich auch eine familiäre Häufung (ca. 20% Risiko).

Symptome und Komplikationen

In den meisten Fällen sind die Bauaortenaneurysmen symptomfrei. Meist wird ein Aneurysma zufällig z.B. während einer Ultraschalluntersuchung entdeckt. Je noch größer ist möglicherweise ein "pulsierender Tumor" im Abdomen tastbar.

Erst bei Komplikationen kommt es zu einer klinischen Manifestation. So kann bei einer Teilthrombosierung es zu (winzigen) Embolien in der Peripherie kommen. Außerdem können durch Beeinträchtigungen des Blutflusses (z.B. an Gefäßabgängen) oder durch Kompression von benachbarten Strukturen (Nerven,…) Symptome auftreten (Bauchschmerzen, Flankenschmerzen, Rückenschmerzen,…).

Letztebnendes kann es zur Ruptur, zum Platzen des Aneurysmas, kommen, was einen lebensbedrohlichen Zustand darstellet. Das Rupturrisiko nimmt im Allgemeinem exponentiell mit steigendem Durchmesser zu (Laplace´sches Gesetz):

d = 4,0-4,9cm 3% Rupturrisiko/Jahr
d = 5,0-5,9cm 10% Rupturrisiko/Jahr
d > 6cm >60% Rupturrisiko/Jahr

Außerdem zeigen sackförmige Aneurysmen ein vergleichsweise höheres Rupturrisiko.

Diagnostik

Eine Diagnose erfolgt häufig (zufällig) mittels Ultraschall. Auch die Verlaufsbeobachtung ist durch eine Sonographie möglich. Diese sollten in regelmäßigen Abständen erfolgen. Die Intervalle ergeben sich nach Art und Größe des Aneurysmas (im Mittel alle 3-6 Monate).

Unterstützend, insbesondere bei erschwerten räumlichen Gegebenheiten und vor eine Operation (Planung) kann bzw. sollte eine weitere Bildgebung (CT, MRT) hinzugezogen werden.

Therapie

Allgemein richtet sich die Therapie nach der Art und dem Ausmaß des Aneurysmas. Allgemein sollten mögliche Risikofaktoren minimiert (Nikotinkarenz!) bzw. behandelt werden. So sollte z.B. ein Blutdrucktherapie optimiert werden oder eine mögliche Fettstoffwechselstörung behandelt werden. Kleinere Aeurysmata können meist so konservativ behandelt werden.

Bei einem erhöhten Rupturrisiko (vgl. Punkte) aber auch bei Beschwerden durch das Aortenaneurysma oder Problemen mit Begleiterkrankungen(z.B. bei nicht einstellbarem Hypertonus) sollte eine OP erwogen werden.

  • Größe: ♀ d > 5cm bzw. ♂ d > 5,5cm
  • Form: asymmetrischer Aneurysmaform
  • Größenprogredienz: > 0,5cm innerhalb von 3 Monaten