Risiken und Nebenwirkungen

Aufklärung

 

Beipackzettel®

Mögliche Nebenwirkungen

akute Nebenwirkungen:

Kopfschmerzen, Übelkeit, Völlegefühl, Bauchschmerzen, Koliken, Verstopfung, Durchfälle, suchtartiges Verhalten sowie Appetitlosigkeit - in seltenen Fällen: Juckreiz, Hautausschläge, Nesselsucht, asthmatische Beschwerden, Atemnot und allergische Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock.

bei längerer Einnahme:

Akne und andere Hauterkrankungen mit Entzündung der Haut, Übergewicht, Bluthochdruck, Hypercholesterinämie, Diabetes mellitus, Mangelernährung sowie Karies und andere Erkrankungen des Mundraums mit möglichem Zahnverlust.

als weitere Folge können auftreten:

Bewusstlosigkeit, Schlaganfall, Herzinfarkt, Nervenschädigung mit Ausfällen, Nierenversagen, Erblindung, Amputation von Gliedmaßen, Tod.

... würden Sie dieses Medikament bedenkenlos einnehmen ...

... über Jahre ?

... wahrscheinlich nicht!

Eigentlich schade, es handelt sich um den "Beipackzettel" von einfacher Schokolade. Nur bei Lebensmitteln sind diese nicht vorgeschrieben.

Bei Arzneimitteln sind die Hersteller verpflichtet, diese Beipackzettel nach einem bestimmten, gesetzlich vorgeschriebenen Muster zu verfassen. Hier müssen neben häufigeren Nebenwirkungen auch seltene genannt werden. Teilweise werden auch Nebenwirkungen aus Einzelfällen aufgelistet.

Außerdem sollten zwei Dinge an dieser Stelle noch erwähnt werden. Als Nebenwirkung werden alle Wirkungen bezeichnet, die nicht der definierten Hauptwirkung entsprechen. Teilweise werden diese aber auch in der Therapie genutzt und sind somit eigentlich keine "echten" Nebenwirkungen.

Als weiteres wird jedes Medikament, ja alles im Leben, eine Nebenwirkung haben. Denn es gilt für alles, wenn es keine Nebenwirkung hat, wird es auch keine Hauptwirkung haben!

"Wenn behauptet wird, dass eine Substanz keine Nebenwirkung zeigt,
so besteht oftmals der Verdacht, dass sie auch keine Hauptwirkung hat."

Gustav Kuschinsky: Lehrbücher der Pharmakologie

Selbst wenn Sie beim Bäcker Ihr geliebtes Teilchen kaufen, hat dies sozusagen Risiken und Nebenwirkungen: Sie könnten auf dem Weg stürzen, Sie könnten ein verdorbenes Nahrungsmittel erwerben und allen plausibel Sie verlieren Geld, denn Sie müssen bezahlen. Dennoch wägen wir Risiko, Für und Wider ab und kaufen in der Regel ohne Bedenken ein. Ähnliches gilt auch in der Medizin. Doch für Arzneimittel oder medizinische Eingriffe ist dies nicht immer so plausibel. Aber auch hier muss man immer das Für und Wider abwägen und die Risiken in Betracht ziehen. Zu guter Letzt muss der Patient sich, nach ärztlicher Beratung, entscheiden. Denn er trägt das Risiko!

Begegnen Sie Aufklärungen und Beipackzetteln mit der nötigen Objektivität. Ähnlich "gefährliche" Beipackzettel lassen sich für beliebige Lebensmittel oder andere Alltagssituationen entwerfen. Auch das Überqueren einer Straße ist letzten Endes mit einem tödlichen Risiko verbunden. Dennoch tun wir es tagtäglich. Hier sind Risiken und Nebenwirkungen alltäglich und finden keine besondere Beachtung mehr. Selbst das Rauchen mit all seinen Folgen wird oft nicht als Gefahr eingeschätzt und so kritisch betrachtet wie verordnete Medikamente.

Und schließlich hat eine Erkrankung selbst im Grunde Risiken und Nebenwirkungen. Nur wiegen diese meist deutlich höher als die zur Therapie verordneten Medikamente. Die Bilanz, falls man dies berechnen darf, sollte zu Gunsten des Patienten ausfallen.

Setzen Sie bestehende Medikamente aufgrund einer Verunsicherung oder Angst nicht ab.

Lebensnotwendige Medikamente werden oft aufgrund von Fehlinformationen einfach vom Patienten abgesetzt. Halten Sie vorher Rücksprache. Bei begründetem Zweifel und notwendigen Medikamenten möglichst rasch.

 

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