Pulswellenanalyse

Messung der Pulswelle
Pulswelle: Verlauf im Alter
Bei dem Begriff Pulswellenanalyse stellt man sich zwei grundsätzliche Fragen:
  • Was ist eine Pulswelle ?
  • Was wird analysiert ?

Die Pulswelle ist kurz gesagt die Druckwelle, die sich nach einer Herzaktion in den Gefäßen ausbreitet. Sie kann als Puls getastet werden. Auch kann die Druckwelle als Wechsel im Blutdruck gemessen werden. Hier werden üblicherweise die Minima und Maxima bestimmt und als diastolischer bzw. systolischer Blutdruck bezeichnet.

Doch möchte man dieses Thema ein wenig genauer betrachten, kommt man unweigerlich auf weitere Begriffe wie Windkessel, Ausbreitung und Reflexion der Pulswelle, Pulswellengeschwindigkeit Pulsdruck oder Augmentation. Diese Begriffe und deren Zusammenhang werden in den Folgeseiten genauer erläutert.

 
altersabhängiger Normbereich vom Messwert zum Gefäßalter

Durch eine genauere Abbildung der Pulskurve kann auf ein "Gefäßalter" und so auf ein kardiovaskuläres Risiko zurückgeschlossen werden. Die bestimmten Messwerte werden mit Normwerten verglichen. So kann beurteilt werden, ob die "Alterung" der Gefäße dem kalendarischen Alter entspricht oder vorangeschritten ist (→ Reduktion von kardiovaskulären Risikofaktoren / medikamentöse Therapie). Natürlich kann auch ein  jüngeres" Gefäßalter vorliegen.

So geben die Pulswellengeschwindigkeit als auch der Kurvenverlauf Aufschluss über die Gefäßsteifigkeit. Sie stehen in einer engeren Beziehung zum kardiovaskulären Risiko als die "normale" Blutdruckmessung. Denn selbst bei normalen bzw. nur geringer abweichenden Maxima kann der Verlauf der Druckkurve bereits deutlich verändert sein (vgl. Studien zur Pulswellenanalyse: Framingham Studie). So trägt die Analyse zu einer individuellen Risikobewertung und ggf. zu einer Therapieentscheidung (Wahl des Therapeutikums) bei.

Mittels der Pulswellenanalyse kann nicht nur ein Risiko bestimmt werden. Auch kann mittels der Messung der Effekt einer blutdrucksenkenden Therapie (z.B. β-Blocker vs. ACE-Hemmer oder AT1-Blocker) besser beurteilt werden (vgl. Studien zur Pulswellenanalyse: CAFE-Studie). So kann man mit dieser Information zum einen die Therapie kontrollieren und zum anderen gegebenenfals anpassen. Die Messung bzw. Kontrolle ergänzt so die Blutdruckmessung in der individuellen Therapiesteuerung.

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