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Sonographie

Die Sonographie bezeichnet die Untersuchung eines Organs oder eines Körperabschnittes (z.B. Abdomen = Bauchraum) mittels Ultraschallwellen. Die Sonographie mit all ihren Facetten zählt heute mit zu den wichtigsten bildgebenden diagnostischen Verfahren in der Medizin. Insbesondere in der Allgemeinmedizin steht die Sonographie auf Platz eins bei den bildgebenden Verfahren.
Dies liegt nicht nur an einer immer besser werdenden Gerätetechnik. Mit heutigen Geräten sind Auflösungen im Sub-Millimeterbereich möglich. Zusätzlich gelingt im Gegensatz zu vielen anderen bildgebenden Verfahren (z.B. CT, MRT,…) eine Darstellung in  Echtzeit.  Das heißt, das live-Bilder während einer Untersuchung diese hohe Auflösung haben. So kann nicht nur eine Momentaufnahme abgebildet werden, sondern auch die Bewegung.

Zu guter Letzt besteht ein direkter Patientenkontakt („Wo tut es weh?“, Was ist jetzt?“,…). Dies ist eine weiterer Vorteil.

Ganz banal formuliert: Sie können ohne Strahlenbelastung für den Patienten an dem Ort seiner Beschwerden so lange schallen wie Sie möchten, mögliche Reaktionen (z.B. auf Druck oder Bewegung) direkt besprechen und dies wiederum im Sono-Bild verfolgen. Sollte eine Untersuchung nicht zum einem sicheren Ergebnis führen, dann kann sie ohne Sorge wiederholt werden – es besteht keine Strahlenbelastung (Lediglich in der Frühschwangerschaft oder bei einigen Geweben wird eine mgl. Schädigung diskutiert – Sonoporation).

Unsere Qualikifaktion

DEGUM Stufe I (Allgemeinmedizin, Abdomen-Sonographie)
bisher nur 13x in Deutschland, Stand 2022

Abdomen-Sonographie

Ultraschall des Bauchraumes

Mit der Sonographie des Abdomens können die Organe des Bauchraumes dargestellt werden. Größe und Struktur sowie mögliche Veränderungen können beurteilt werden. Veränderungen geben Hinweise auf eine Erkrankung.

Die Sonographie erweitert die Auskultation (Abhören des Darms) und Palpation (Abtasten) des Bauchraumes. Aber hier kann man nicht nur zusätzlich sehen. Bei der Sonographie handelt es sich nicht um ein einfaches Betrachten von Bildern – mehr ein Sehen von Bewegung, ein Betrachten des Zusammenspiels der Organe im Bauchraum, ein Tasten unter Sicht (Sonopalpation) und eine Beurteilung des Darms und seiner Funktion.

Hier einige Beispiele für den Einsatz der Abdomensonographie:

  • Gefäße:
    z.B. Bauchschlagader (Aorta) oder große Hohlvene (Vena cava inferior)
    Arteriosklerose, Aneurysma,…
  • Leber mit Gallenblase und Gallenwegen:
    Fettleber, fokale Läsionen (Hämangiom, FNH, Metastasen,…), Gallenstein,…
  • Bauchspeicheldrüse (Pankreas):
    Pankreatitis, Zyste, Tumor,…
  • Nieren:
    Nierenzysten, Nierenstein, Harnstau,…
  • Milz:
    Vergrößerung, Hämangiom, Abszess, Metastase,…
  • Harnblase:
    Restharn, Überlaufblase, Blasenwanddivertikel, Tumor,…
  • Prostata:
    Vergrößerung, Verkalkungen, Tumor,…
  • Uterus mit Ovarien:
    Schwangerschaft, Myome, Zysten,…
  • Dick- und Dünndarm:
    Entzündung, Ileus,…
  • abdominelle Lymphkonten:
    insb. bei pathol. Veränderungen

Weitere Ultraschallbilder aus der Diagnostik finden Sie in unserem kleinen Sonographie-Atlas >

Leber, Pfortader, DHC
Niere mit Gefäßen im ADF-Doppler
Niere, Darstellung kleinerer Gefäße
Leber (Fettleber) und Niere

Schilddrüsen-Sonographie

Ultraschall der Schilddrüse

Bei der Schilddrüsen-Sonographie kann neben einer reinen Größenbestimmung auch die Morphologie, das Aussehen des Gewebes im Ultraschallbild, die Durchblutung und die Beziehung zum umgebenden Gewebe beurteilt werden. Neben diesem lassen sich natürlich auch generelle und fokale Veränderungen detektieren und entsprechend beschreiben.

So können zum Beispiel Knoten in Form, Aussehen, Beziehung zum Nachbargewebe und Durchblutung beschrieben werden. In neueren Verfahren können auch Mikroverkalkungen oder die Gewebehärte (Elastographie) im Ultraschall dargestellt werden. Eine Elastographie (vgl. unten) bieten wir in unserer Praxis auch an.

Hier einige Beispiele für den Einsatz der Schilddrüsensonographie:

  • Struma (Kropf):
    Vergrößerung der gesamten Schilddrüse oder von Teilen. Die Größe der Schilddrüse gibt aber keine Information über die Aktivität  (Euthyreose [normal], Hypothyreose [Unterfunktion] oder Hyperthyreose [Überfunktion]). Der Vergrößerung steht die Schilddrüsenatrophie gegenüber.
  • Zysten:
    flüssigkeitsgefüllte Bläschen in der Schilddrüse (angeboren, im Verlauf einer Jodmangel-Struma,…)
  • Knoten:
    herdförmige Veränderungen des Schilddrüsengewebes. Es können verschiedene Knoten unterschieden werden (Verkalkung, Adenome, Karzinome,…). Dies gelingt meist aber nur mit ergänzenden Untersuchungen (Szintigraphie, Biopsie,…) 

Weitere Ultraschallbilder aus der Diagnostik finden Sie in unserem kleinen Sonographie-Atlas >

normale Schilddrüse
Schilddrüsenknoten

Intima-Media-Thickness

Messung der Intima-Media-Dicke

Mit einem hochauflösenden Ultraschall kann man heute nicht nur die Halsschlagadern darstellen, sondern auch die einzelnen Wandschichten (Adventitia, Media, Intima). 

Gemessen wird die IMT an der Halsschlagader (A. carotis communis) kurz unterhalb der Gabelung in die A. carotis interna und externa. Man misst die Dicke der Intima (innere Schicht) und der Media (mittlere Schicht) in einem Wert. Durch die gute Abgrenzbarkeit nach innen (Blut: dunkel; Intima: hell) zum Gefäßlumen und nach außen zur Adventitia (Media: dunkel; Adventitia :hell) können die Messpunkte einfacher aufgesucht werden.

Man erhält so aussagekräftige und auch reproduzierbare Messwerte.

Der Normwert ist altersspezifisch.

Es konnte ein Zusammenhang zwischen der Intima-Media-Dicke und dem kardiovaskulären Risiko, also einem Risiko für Herz- oder Gefäßerkrankungen (Herzinfarkt, Schlaganfall, pAVK,…) gezeigt werden.

Aber nicht nur ein erhöhtes Risiko lässt sich in der IMT-Messung ablesen. Auch kann ein Erfolg der Therapie beobachtet werden (Verlaufsbeobachtung).

So dient die IMT-Messung neben anderen Untersuchungen (Pulswellenanaylse,…) zur nicht-invasiven frühen Diagnose und Beurteilung einer Arteriosklerose bzw. des kardiovaskulären Risikos.

Weitere Ultraschallbilder aus der Diagnostik finden Sie in unserem kleinen Sonographie-Atlas >

A. carotis communis
Messung der IMT

Spirometrie

Lungenfuntionstest

Die Spirometrie ist ein Verfahren zur Lungen-Funktionsprüfung. Es werden die Atemvolumina und Atemflussgeschwindigkeiten gemessen und graphisch dargestellt. Der Patient atmet über ein Mundstück mit Messfühler (die Nase ist mit einer Nasenklemme verschlossen). So kann das Spirometer die ein- bzw. ausgeatmete Menge an Luft pro Zeit messen. Die Messwerte werden schließlich in verschiedenen Darstellungen graphisch abgebildet.

Durch die Messung der Lungenvolumina und der Flussgeschwindigkeiten lassen sich Lungenerkrankungen diagnostizieren und deren Verlauf (auch ein Therapieerfolg) kontrollieren.

Fluss-Volumen-Kurve

EKG

Elektrokardiogramm

Jedem Herzschlag geht eine elektrische Erregung voraus, die im Normalfall vom Sinusknoten ausgeht und über das herzeigene Erregungsleitungssystem zu den Herzmuskelzellen läuft. Dieser schwache Strom (ca. 1/1000 Volt) wird bei einem EKG abgeleitet, verstärkt und schließlich in Kurven (Potentialänderung im Zeitverlauf) dargestellt. Es resultiert ein Bild der elektrischen Herzaktion.

Vor jedem EKG sollte der Patient dem Arzt mitteilen, welche Medikamente er einnimmt, da manche Medikamente ein EKG beeinflussen können.

Mit dem EKG lassen sich Aussagen zu möglichen Erkrankungen des Herzens treffen:

  • Herzinfarkt
  • Erkrankungen der Herzkranzgefäße
  • Verdickung der Herzwand oder abnorme Belastung des rechten bzw. linken Herzens
  • Störungen der Erregungsbildung, -ausbreitung und -rückbildung im Erregungsleitungssystem
  • Vorhofflimmern oder -flattern, Kammerflimmern oder –flattern
  • Erkrankungen des Sinusknotens oder AV-Knotens
  • Überdosierung bestimmter Medikamente
  • Mangel oder Überfluss bestimmter Mineralstoffe
  • Myokarditis (Herzmuskelentzündung) oder Perikarditis (Herzbeutelentzündung)

24h EKG

Langzeit-EKG

Bei einer Langzeit-EKG-Messung wird ein EKG (Elektrokardiogramm) kontinuierlich über einen längeren Zeitraum (meist ca. 24h) mit nur wenigen Ableitungen aufgezeichnet. Da es bei der Fragestellung eines Langzeit-EKGs um die Abklärung von möglichen Herzrhythmusstörungen geht, die teilweise nur gelegentlich auftreten, verzichtet man auf alle 12 Ableitungen des Standard-EKGs.

Der Patient sollte zur besseren Auswertung den Tagesverlauf kurz dokumentieren („Tagebuch“: evtl. Belastungsphasen). Vor allem sollten Beschwerden mit Uhrzeit aufgeschrieben werden. Zusätzlich kann auf dem 24h-EKG das Ereignis dokumentiert werden. So lassen sich bei der Auswertung evtl. EKG-Veränderungen mit Ereignissen leichter in Zusammenhang bringen.

Eine Langzeit-EKG-Messung leistet folgende Aussagen:

  • Nachweis oder Ausschluss von Herzrhythmusstörungen
  • Abklärung von Synkopen (kurzer Bewusstseinsverlust)
  • Therapiekontrolle bei Herzrhythmusstörungen
  • Schrittmacherkontrolle

24h RR

Langzeit-Blutdruck-Messung

Bei der Langzeitblutdruckmessung wird der Blutdruck in festgelegten Abständen (alle 15-30min) über 24h (Tag und Nacht) gemessen. Man erhält so ein Tagesprofil des Patienten mit systolischem und diastolischem Blutdruck sowie der Herzfrequenz.

Der Patient sollte zur besseren Auswertung den Tagesverlauf kurz dokumentieren („Tagebuch“). Vor allem Beschwerden sollten mit Uhrzeit aufgeschrieben werden.

Neben der Untersuchung der Tag-Nacht-Rhythmik des Blutdrucks (normalerweise nachts 10% Blutdruckabsenkung) stellt diese Diagnostik auch die Möglichkeit, den Blutdruck-Verlauf im „Alltag“ abzuschätzen oder den Erfolg einer Therapie zu kontrollieren.

Mit dieser Untersuchung lassen sich z.B. folgende Aussagen treffen:

  • Tag-Nacht-Rhythmus des Blutdrucks (nondipper: Störung des Rhythmus, Therapie nötig)
  • „Praxishochdruck“ (Weißkittel-Hypertonie): Durch psychischen Stress infolge des Arztbesuches kommt es zu kurzfristiger Blutdruckerhöhung ohne eine Behandlungsbedürftigkeit.
  • Eine 24-Stunden-Blutdruckmessung kann einen tatsächlichen behandlungsbedürftigen Bluthochdruck bestätigen oder ausschließen.
  • Erfolgskontrolle einer (medikamentösen) Bluthochdrucktherapie
  • Kontrolle von gelegentlichen krisenhaften Blutdruckanstiegen bei sonst unauffälligen Kontrollwerten

Pulswellen-
analyse

Im Gegensatz zur reinen Blutdruckmessung werden bei der Pulswellenanalyse nicht nur die Minima (diastolischer Blutdruck) und Maxima (systolischer Blutdruck) der Pulswelle erfasst. Es wird der gesamte Druckverlauf, die Pulswelle, analysiert. Verschiedene Parameter geben hierbei Aufschluss über die Elastizität der Gefäße oder den Gefäßwiderstand.

Inzwischen ist die PWA als einfaches nicht-invasives Messverfahren verfügbar. Früher konnte die Pulswelle oder auch der Verlauf des zentralen Blutdrucks in der Aorta lediglich mittels einer Herzkatheteruntersuchung bestimmt werden. Durch genauere Messverfahren und einen Abgleich über eine Vergleichsdatenbank erhält man heute über eine „erweiterte“ Blutdruckmessung (2x Blutdruckmessung am Oberarm, sitzend; über ca. 5min) die gewünschten Messwerte.

Man erhält unter anderem …

  • den zentralen und peripheren Blutdruck
  • den zentralen und peripheren Pulsdruck
  • die Pulswellengeschwindigkeit
  • den Augmentationsindex


In der Summe kann über die Analyse der Pulswelle der „Alterungsprozess“ der arteriellen Gefäße abgeschätzt werden. Ist dieser normal, also entsprechend dem Lebensalter, oder ist dieser gesteigert?

Die Gegenüberstellung von kalendarischem Alter der Gefäße und der Messung (Bewertung der Gefäßalterung) wird häufig auch als Bestimmung des „Gefäßalters“ zusammengefasst.

Die Pulswellenanalyse bietet neben der Möglichkeit einer Früherkennung eines kardiovaskulären Risikos auch die Verlaufsbeobachtung (unter Therapie) und die Optimierung der Therapie durch eine bessere Anpassung der Medikation.

ABI Messung

Ankle-Brachial-Index

Der sogenannte Ankle-Brachial-Index (ABI) ist eine einfache, nicht-invasive und zuverlässige Methode zur Erfassung einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK). Neben diesem ursprünglichen Untersuchungziel kann mittels einer ABI-Messung auch das kardiovaskuläre Risiko beurteilt werden.

Ablauf

Nach einer Ruhephase (liegend) wird der Blutdruck an Armen und Beinen gemessen und verglichen.

Ein pathologischer ABI (< 0,9) gibt auch bei einem beschwerdefreien Patienten mit großer Sicherheit einen Hinweis auf das Vorliegen einer dokumentierbaren pAVK. Die begründete Vermutung kann durch eine Farb-Duplex-Untersuchung und ggf. eine Angiographie abgeklärt werden.

Wie bereits erwähnt kann neben der reinen Diagnosestellung der pAVK durch die ABI-Messung auch das kardiovaskuläre Risiko beurteilt werden. Neben anderen Untersuchungen (Intima-Media-Dicke, Pulswellenanalyse) hat sich auch ein pathologischer ABI-Wert (< 0,9) als Vorhersageparameter für das Auftreten späterer kardiovaskulärer Komplikationen gezeigt.

Es besteht also eine Korrelation mit dem allgemeinen kardiovaskulären Risiko. So kann das Risiko für Erkrankungen des Herzens und/oder der Gefäße (z.B. Herzinfarkt, Schlaganfall, Gefäßstenosen) beurteilt werden.

Diese relativ einfach durchführbare Untersuchung zur frühen Erfassung eines möglichen Endorganschadens ist in den Leitlinien der Hypertonie-Behandlung aufgeführt.

Labor

Zu unterschiedlichen Zwecken ist neben Anamnese, körperlicher Untersuchung und apparativer Diagnostik auch eine Laboruntersuchung nötig. So kann sie bei der Abklärung von Symptomen helfen oder bei der Kontrolle von Erkrankungen eingesetzt werden. Auch ist die Kontrolle einer Therapie oder eines Impferfolges über die Labormedizin möglich. Als klassisches Beispiel ist hier der Quick/INR bei einer Marcumar-Therapie oder der HBs-AK-Titer nach einer Hepatitis B-Impfung zu nennen.

Zu guter Letzt kann auch die Labormedizin zur Vorsorge genutzt werden. Hier können Krankheiten und ein Krankheitsrisiko bestimmt werden, bevor Symptome dem Patienen bewusst werden. Eine frühzeitige Behandlung oder gar ein Handeln vor einer eigentlichen Erkrankung ist so häufig möglich. Hier sind als klassische Laborwerte der Cholesterin-Wert und der Nüchtern-Blutzucker zu nennen. Aufgrund ihrer hohen Aussagekraft wurden diese Werte von den gesetzlichen Krankenversicherungen in den CheckUp 35 aufgenommen.

DMPs

Disease-Management-Programme

Durch die DMPs soll die Versorgung chronisch kranker Patienten verbessert werden. Dies erfolgt dabei nicht nach den persönlichen Vorlieben, sondern nach Vorgaben der Krankenkassen. Diese beruhen auf Erkenntnissen der evidenzbasierten Medizin. Über die DMPs soll die Qualität der Behandlung erfasst und standardisiert werden. Weiterhin gibt die kontinuierliche Erfassung die Möglichkeit, Behandlungsziele zusammen mit dem Patienten anzupassen.  

Vor mehr als 10 Jahren wurden aus diesem Grunde von den gesetzlichen Krankenkassen die DMPs zur Lenkung der Therapie eingeführt.

Im Einzelnen sind diese zur Zeit

  • Koronare Herzkrankheit (KHK)
  • Diabetes mellitus Typ I
  • Diabetes mellitus Typ II
  • Chronisch obstruktive Atemwegserkrankungen (COPD)
  • Asthma bronchiale
  • Brustkrebs

Wir betreuen in unserer Praxis die DMPs: Koronare Herzkrankheit (KHK), Diabetes mellitus Typ II, Chronisch obstruktive Atemwegserkrankungen (COPD) und Asthma bronchiale.

Check Up 35

Lassen Sie sich doch mal wieder untersuchen!

Alle gesetzlich Versicherten haben ab der Vollendung des 35. Lebensjahres alle drei Jahre (früher waren es alle zwei Jahre) ein Anrecht auf einen allgemeinen Gesundheits-Check. Hier sollen insbesondere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenerkrankungen und Diabetes frühzeitig erkannt werden, da sich durch eine möglichst frühe Diagnose und anschließende Behandlung die Prognose dieser häufigen Erkrankungen deutlich verbessert. Weiterhin steht die Erfassung eines familiären und individuellen Tumorrisikos im Fokus (z.B. Darm-, Brust oder Lungen-Tumore)

Neben der oben erwähnten Änderung des Untersuchungsintervalls 2019 ist ein einmaliger Check-Up im Alter von 18-34 Jahren hinzugekommen. Mit diesem Check-Up soll das individuelle Erkrankungsrisiko (insb. für Bluthochdruck, Diabetes mellitus) abgeschätzt werden (Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen, Alkohol,…). Vor allem ein besonders hohes Risiko bzw. frühes Erkrankungsrisiko soll hier erkannt werden, denn durch ein frühes Handeln kann häufig sogar die Erkrankung selbst verhindert werden.

Allgemein beinhaltet der Check-Up 35 ein Gespräch (Anamnese), die Untersuchung (inkl. Labor) und eine abschließende Beratung.

Folgende Leistungen werden durchgeführt

  • Anamnese (eigene Vorerkrankungen, Erkrankungen innerhalb der Familie [Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Tumorerkrankungen,…])
  • Klinische Untersuchung: Blutdruckmessung, Abhören von Herz und Lunge, Abtasten des Bauchraumes, Beurteilung des Bewegungsapparates, der Haut* und der Sinnesorgane
  • Blut-Untersuchungen (Cholesterin [seit 2019 zusätzlich zum Gesamtcholesterin auch Triglyceride, LDL und HDL], Nüchtern-Glukose)
  • Urin-Untersuchungen (auf Eiweiß, Glukose, Nitrit, rote und weiße Blutkörperchen)
  • Überprüfung des Impfstatus

Im Anschluss an die Untersuchung und die Labordiagnostik kann eine individuelle Einschätzung des persönlichen Gesundheitsrisikos aufgrund der Daten erfolgen. Außerdem kann bei Verdacht oder Diagnose einer Erkrankung eine weiterführende Diagnostik veranlasst werden. 

*Das Hautkrebs-Screening zur Früherkennung von weißem und schwarzem Hautkrebs kann in Verbindung mit dem Check-Up durchgeführt werden.

Selbstverständlich kann ein Check-Up auf Wunsch durch eine erweiterte Laboruntersuchung oder eine weitere apparative Diagnostik (z.B. Sonographie [Abdomen, Schilddrüse, IMT-Messung), Pulswellenanalyse oder Spirometrie) ergänzt werden.

Auch kann das Intervall kürzer gewählt werden (z.B. 1x/Jahr) oder jüngere Patienten möchten an einem Check-Up teilnehmen.

Leider fällt dies nicht mehr unter die Leistung Ihrer Krankenkasse (IGeL).

Bei weiteren Fragen, einen Termin-Wunsch oder Informationen zu zusätzlichen Untersuchungen stehen wir Ihnen gerne in unseren Praxen zur Verfügung.

Impfmedizin

Wir sind bemüht, bei allen Patienten den Impfstatus nach aktuellen und individuellen Empfehlungen der STIKO (Ständige Impfkommission des Robert Koch Institutes) auf dem neuesten Stand zu halten. Wir kontrollieren jeder Zeit gerne Ihren Impfstatus. Eine vollständige Kontrolle erfolgt bei jeder Impfung (z.B. Grippeimpfung) und im Rahmen eines CheckUps.

Ein kompletter Impfschutz ist ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsvorsorge. Viele Krankheiten sind uns heute, wohl auch als Verdienst der Impfmedizin, kaum noch bekannt. Die Gefahr einer Erkrankung mit all ihren Folgen geriet in Vergessenheit. Deshalb werden nötige Impfungen häufig leichtfertig abgetan. Impfgegner publizieren fragwürdige Arbeiten, die mehr einer Hetzschrift gleichen. Dies führt zu sinkenden Impfzahlen. Ein sinkender Impfschutz bedroht nicht nur den Einzelnen (individueller Schutz), sonder auch die Gemeinschaft (Herdenimmunität).

Weitere nützliche Informationen / Links finden Sie hier: Links zu Impfung / Reisemedizin >

Reisemedizin

Bei einer Reise denkt man sicherlich an andere Dinge als an ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. Mit dem Flugzeug erreicht man heute in wenigen Stunden jeden Ort der Welt. Doch viel zu oft wird vergessen, dass der Einreisende hier auf ein vollkommen anderes Umfeld mit anderen gesundheitlichen Risiken trifft. Neben einem vollständigen Impfschutz (vgl. STIKO-Impfplan) sollten hier entsprechend des eigenen und des landestypischen Risikos auch andere Impfungen in Betracht gezogen werden. Außerdem kann durch ein angepasstes Verhalten das Erkrankungsrisiko bei nicht-impfpraeventablen Erkrankungen minimiert werden (Malaria, Insektenschutz, …).

Dies gilt nicht nur für ein Abenteuerreise. Jeder sollte entsprechend seiner Reise und seinen möglichen Erkrankungen auf einen ausreichenden Impfschutz achten. Als Grundvoraussetzung sollte ein kompletter Impfschutz nach STIKO-Empfehlungen gelten (z.B. Tetanus, Diphterie,…). Dieser wird dann eventuell durch reisetypische Impfungen ergänzt.

Damit Sie Ihre Reise möglichst unbeschwert genießen können und hoffentlich gesund zurückkehren, sollten Sie sich jeweils frühzeitig, aktuell und individuell informieren (nötige Impfungen, empfohlene Impfungen,…).

Wir bieten eine allgemeine Beratung für das Reiseziel an:

Impfungen

Erörtert werden neben der Grundimmunisierung für Deutschland auch mögliche Pflichtimpfungen und empfohlene Impfungen für das Reiseziel (hier keine Haftung für Vollständigkeit).

Sicherlich sind in diesem Rahmen auch entsprechende Impfungen (keine Gelbfieber-Impfstelle) möglich.
Wir bitten mögliche Lieferengpässe für Impfstoffe und Medikamente zu kalkulieren.

Malaria

Neben den Impfungen kann evtl. auch auf eine Malaria-Prophylaxe eingegangen werden. Zugrundegelegt werden die Empfehlungen der DTG (Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit e.V.).
Wir bitten mögliche Lieferengpässe zu kalkulieren.

Weitere nützliche Informationen / Links finden Sie hier: Links zu Impfung / Reisemedizin >

Hautkrebs
screening

Sonnenbaden, Sonnenbrände, UV-Strahlung,… – all diese Worte sind wohl jedem bekannt, auch die Assoziation mit Hautkrebs. Doch wenn nach dem langen Winter die Sonne wieder scheint, schlagen Millionen Sonnenhungrige die Warnungen wieder in den Wind. „Et hätt noch emmer joot jejange.“ Diese „kölsche“, etwas sorglose Mentalität (3. Artikel – Das Rheinische Grundgesetz nach Konrad Beikircher) kann mit den Jahren zum Risiko werden.

Jedes Jahr erkranken über 100.000 Deutsche an Hautkrebs. Dabei könnte die Krankheit im Frühstadium gut behandelt werden. Das Gute: Hautkrebs ist von außen sichtbar. Mit hoher Wahrscheinlichkeit kann er von einem geschulten Auge frühzeitig erkannt werden.

Neben einer Selbstbeobachtung bieten die gesetzlichen Krankenversicherungen das Hautkrebsscreening und schließlich die fachärztliche Kontrolle an.

Häufig wird als Merkhilfe folgendes angegeben

  • A: Asymmetrie
    Das Pigmentmal zeigt eine unregelmäßige Form oder ist oval.
  • B: Begrenzung
    Die Ränder sind nicht scharf begrenzt, sondern scheinen auszulaufen bzw. auszufransen. Es wirkt verwaschen.
  • C: Colour (Farbe)
    Es zeigt sich eine uneinheitliche Färbung. Einige Stellen sind heller oder dunkler oder haben unterschiedliche Farbanteile.
  • D: Durchmesser
    Durchmesser >5mm; Größenzunahme.
  • E: Erhebung
    Das Pigmentmal zeigt sich (in der Mitte) erhaben.

Sollten einer oder mehrere Punkte zutreffen, ist unbedingt ein Arzt zu konsultieren. Aber auch bei Hautveränderungen, bei denen Sie sich unsicher sind, sollten Sie den Arzt aufsuchen.

Wie bereits erwähnt wird das Hautkrebsscreening von der gesetzlichen Krankenversicherung für die Versicherten ab dem 35. Labensjahr angeboten. Gerne wird auch das Hautkrebsscreening mit dem CheckUp 35 kombiniert.

Für weitere Informationen, falls Sie Fragen haben oder einen Termin wünschen, stehen wir Ihnen gerne in unseren Praxen zur Verfügung.